Kirche vor Ort

Das Maß ist Voll!!

Innstadt Pfarrverband am 18.07.2025

Info Icon Foto: Pater Jakob Zarzycki

Die Kirche St. Severin auf dem Innstädter Friedhof wurde erneut zum Ziel von Vandalismus und Respektlosigkeit. Immer wieder kommt es dort zu Diebstählen – Kerzen und Blumen verschwinden regelmäßig. Auch Obdachlose nutzen das Gotteshaus als Schlafplatz. So wurde vor einiger Zeit sogar in der Zelle des Hl. Severin eine schlafende Person entdeckt.

Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch kam es zu einem beson­ders gra­vie­ren­den Vor­fall: Ein Ker­zen­stän­der wur­de gewalt­sam zu Boden gewor­fen – mit­ten in der Kir­che. Die Fra­ge stellt sich: Wer tut so etwas an einem hei­li­gen Ort? Kin­der? Erwach­se­ne? Es scheint, als habe der Respekt vor dem Sakra­len zuneh­mend aus­ge­dient. Das pro­fa­ne Leben dringt immer wei­ter in Räu­me ein, die eigent­lich dem Gebet, der Stil­le und der Got­tes­ver­eh­rung vor­be­hal­ten sein soll­ten. Die Ehr­furcht ist so stark geschwun­den, dass selbst Kir­chen zweck­ent­frem­det und beschä­digt werden.

„Nach lan­ger Suche konn­ten wir end­lich jeman­den fin­den, der bereit war, die Kir­che täg­lich auf- und abzu­schlie­ßen“, so P. Jakob. ​„Doch lei­der zwingt uns die aktu­el­le Lage dazu, die Türen wie­der zu ver­schlie­ßen. Eine stän­di­ge Auf­sichts­per­son kann sich die Pfar­rei nicht leisten.”

Der Pfar­rer der Inn­stadt­pfar­rei, P. Jakob M. Zar­zy­cki OSPPE, sah sich gezwun­gen, eine unpo­pu­lä­re, aber not­wen­di­ge Ent­schei­dung zu tref­fen: Die St.-Severin-Kirche bleibt bis auf Wei­te­res geschlos­sen. Sie wird nur noch zu Beer­di­gun­gen mit Requi­em geöffnet.

Besu­cher und Tou­ris­ten müs­sen sich künf­tig mit dem Blick von außen begnü­gen. 

„Ich weiß, dass die­se Ent­schei­dung vie­le ent­täu­schen wird“, sagt der Pfar­rer wei­ter. ​„Weih­was­ser kann nicht mehr geholt wer­den, der Besuch der Seve­rins­zel­le ist nicht mehr mög­lich, eben­so wenig wie die Besich­ti­gung der Wer­ke des Archi­tek­ten Leo­pold Haf­ner oder des römi­schen Grab­al­tars des Faus­ti­nia­nus aus dem 2. Jahrhundert.”

Für regel­mä­ßi­ge Instand­set­zun­gen feh­len der Pfar­rei die finan­zi­el­len Mit­tel. Immer wie­der not­wen­di­ge Repa­ra­tu­ren über­stei­gen die Kapa­zi­tä­ten der Kirchengemeinde.


Fazit: Es ist bedau­er­lich, dass vie­le Men­schen nicht mehr ver­ant­wor­tungs­voll mit Kul­tur, dem Sakra­len und unse­rem gemein­sa­men Erbe umge­hen können.

Text: Pater Jakob Zarzycki

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